Therapien

Orthomolekulare Therapie

Nach Prof. Dr. Linus Pauling (1901 – 1994) ist das Ziel der „Orthomolekularen Medizin die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“ Die Orthomolekulare Therapie zielt also auf die Beseitigung der Krankheitsursachen, die im biochemischen Bereich liegen. Sie will andere Therapieformen damit sinnvoll ergänzen. Im Mittelpunkt steht der Mensch als ganze Funktionseinheit und nicht nur das einzelne erkrankte und reparaturbedürftige Organ.  Stärken der Orthomolekularen Medizin liegen in der Optimierung der Gesundheit, der Prävention und der Behandlung chronischer Erkrankungen.

Die Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern ist in den letzten einhundert Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig finden wir einen dramatischen Anstieg sogenannter Zivilisationskrankheiten:

  • 8 % der 20- bis 80-jährigen leiden bereits an Diabetes (94 % davon sind Typ-2-Diabediker!)
  • 1999 starben in Deutschland fast eine halbe Million Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gut 200 000 Menschen an Krebs.
  • 51 % der deutschen Bevölkerung sind übergewichtig!
  • 6 bis 8 Millionen Menschen sind in Deutschland von Osteoporose betroffen.
  • 10 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Bei der Entstehung dieser Krankheiten spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Schätzungen zufolge ist etwa die Hälfte aller Erkrankungen in den westlichen Industrienationen auf eine falsche Ernährung zurückzuführen. [zitiert nach Uwe Gröber „Orthomolekulare Medizin – Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte“, Stuttgart 2002]

Im Laufe der Zeit haben wir uns ernährungsmäßig immer mehr von der Ernährung unserer Vorfahren, auf die unser Organismus sich in Jahrmillionen eingestellt hat, entfernt. Die heutige Ernährung ist gekennzeichnet durch zu hohen Kaloriengehalt bei zu geringer Nährstoffdichte (Vitamine, Mineralien, weitere essentielle Mikronährstoffe). Manchmal hat man den Eindruck, daß wir alle Teil eines Experiments sind, unseren Organismus von dem, was er wirklich braucht umzustellen auf das, was wir ihm heute anbieten.

Obwohl man heute alle möglichen Konzepte „zur gesunden Ernährung“ angeboten bekommt (die teilweise mehr den Profitinteressen der Anbieter dienen, als der Gesundheit der Konsumenten), ist die Angelegenheit eigentlich ganz einfach. Ernährung sollte sich soweit möglich an den Ernährungsgewohnheiten unserer Vorfahren in der (Alt-)Steinzeit anlehnen. Dieses Konzept – die sogenannte „Paläolithische Ernährung“ wurde in den neunziger Jahren ausführlich untersucht und veröffentlicht. [z.B. Eaton und Konner: Paleolithic nutrition revisited: A twelve-year retrespective on its nature and implications. European Journal of Clinical Nutrition, 51, 207-216, 1997]

Die Defizite der heutigen Ernährung sollten gezielt ausgeglichen werden. Die Orthomolekulare Therapie greift zur Diagnose auf klassische laborchemische Analysen z.B. des Blutes zurück. Latente Mangelzustände können sich allerdings diesen Messverfahren entziehen. Spätestens hier kommen dann die Untersuchungsmethoden der Angewandten Neurobiologie zum Zuge.